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	<title>Quadjournal-Blog &#187; Thief River Falls &#187; Quadjournal-Blog</title>
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	<description>Stefan Herbst - ATVing seit 1989</description>
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		<title>Wie die Firma Arctic Cat entstand &#8211; Teil 2</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jan 2013 18:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[ATVist]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[In der erfolgreichen genauso wie wechselvollen Geschichte von Arctic Cat waren die Jahre 1981-83 Tiefpunkte schlechthin. Die Firma unter dem Namen Arctic Enterprises musste Insolvenz anmelden. Doch man bläst nicht lange Trübsal. Eine Hand voll Männer, darunter auch der Gründer &#8230; <a href="http://quadjournalblog.de/?p=92">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der erfolgreichen genauso wie wechselvollen Geschichte von Arctic Cat waren die Jahre 1981-83 Tiefpunkte schlechthin. Die Firma unter dem Namen Arctic Enterprises musste Insolvenz anmelden. Doch man bläst nicht lange Trübsal. Eine Hand voll Männer, darunter auch der Gründer von Arctic Cat, Edgar Hetteen, raufen sich zusammen, kaufen aus eigenen finanziellen Mitteln sowie Investorengeldern Teile der Schneemobil Produktionsanlagen aus der Insolvenzmasse und fangen von vorne an. Eine typisch amerikanische Erfolgsstory folgt nun.<span id="more-92"></span></p>
<p><a href="http://www.quadjournal.de/e-Mag/Quadjournal_eMag_Januar_2013/flipviewerxpress.html">Umfangreiches Bildmaterial zum Artikel im Quadjournal Jan/2013 ab Seite 76</a></p>
<p>.<br />
Das Wagnis der entschlossenen Männer (Christopher Twomey, Bill Ness, Roger Skime, Ole Tweet, Brian Espeseth, Lowell Swenson, Dave Thompson, Edgar Hetteen und Bill Hahn, um einige zu nennen) endet bereits im Jahre Null nach der Insolvenz positiv. Die neu entstandene Firma ARCTCO (erst in 1996 firmiert man auf den namen Arctic Cat Int. um) verkauft die komplette Schneemobilproduktion (3000 Stück) aus dem Nichts. Die besteht nur aus zwei Modellen. Die folgenden Winter sind wieder eher durchwachsen was den Schneefall und damit die Nachfrage nach den Freizeitfahrzeugen angeht. Dennoch: Arctic Cat schafft es. Die Produktionszahlen steigen Jahr für Jahr. 1989 sind es schon über 26.000 Stück, die das Werk in Thief River Falls verlassen. Medienwirksame Rekordfahrten wie die 12.000 km lange Schneemobilfahrt von Tony Lenzini von Minnesota aus nach Alaska und zurück sowie große Erfolge bei Schneemobilrennen stützen nachhaltig das Markenimage. Im Jahr 1989 knackt man in der Produktion die Gesamtzahl von 100.000 Stück seit dem Wiederanfang. Dennoch: Eine  Lösung für den Sommer muss her, wie schon einst mit den Motorbooten. Und tatsächlich,  man begibt sich produktionstechnisch gesehen erneut aufs Wasser. Erfahrungen und Kompetenz mit Wasserstrahlantrieben hat man durch eine Konzerntochter bei Arctic Cat, die Firma Spirit Marine, bereits in den 70er und 80er Jahren gewonnen. Über dieses Tochterunternehmen sind auch zahlreiche Außenbordmotoren entwickelt und vertrieben worden. Eines der wohl ungewöhnlichsten Fortbewegungsmittel ist 1978 entstanden. Das Wetbike. Noch bis in die 90er Jahre wird es gebaut. Für Motorradenthusiasten gab und gibt es nichts besseres auf dem Wasser, glaubt man der Werbung der damaligen Zeit. Für den Ungeübten hat das Wetbike jedoch ein gravierendes Problem – neben all seinem Fahrspaß. Man kippt damit bei geringen Geschwindigkeiten relativ schnell um und das geht schon beim Aufsteigen los. Für die Masse ein nicht unbedingt geeignetes Wasserfahrzeug. Personal Watercraft (PWCs) Fahrzeuge angefangen mit den JetSkis von Kawasaki werden derweil immer beliebter. Arctic Cat beginnt mit der Produktion seiner PWC Tiger Shark Modelle ab 1993. Es werden nur Versionen, bei denen man sitzen kann, gebaut. Wie in jedem Segment beginnt unter den Herstellern ein Kampf der Motorgrößen. Arctic Cat hält mit bis zum 1000er Modell. Doch die Absatzsituation verschlechtert sich zunehmend. Am 1. Dezember 1999 zieht CEO Christopher Tworney die Reißleine. In einem Schreiben erklärt er das Ende der Entwicklung und Produktion des Tiger Sharks. Der Gesamtmarkt von ehemals über 200.000 Stück ist 1999 auf knapp 100.000 zurückgefallen. Nachlassendes Interesse an den Arctic Cat PWCs und vor allem der Wettbewerbsdruck der Hauptmitbewerber Bombardier, Polaris und Yamaha sind weitere Gründe, warum man bei Arctic Cat die Produktion schlussendlich einstellt.<br />
Die ATVs kommen<br />
Im Jahr 1983 rollen die ersten ATVs bei  Suzuki von den Produktionsbändern. Die bis dahin gebauten dreirädrigen Freizeitfahrzeuge unter der Kategorie ATC büßen in den folgenden Jahren immer mehr an Bedeutung ein. Die Verbraucherorganisation in den USA, die Consumer Product Saftey Comission (kurz: CPSC) vereinbart mit den großen ATV-Herstellern der USA und Kanada ein freiwillige Verpflichtung, mehr für die Sicherheit der Fahrzeuge als auch deren Benutzer zu tun. Ein gemeinsamer Standard wird eingeführt – ebenfalls auf freiwilliger Basis. Grund für dieses Vorgehen sind die immer häufiger auftretenden tödlichen Unfallausgänge bei ATCs und ATVs (vornehmlich weil  keine Helme getragen werden und Kinder unter 16 Jahren am Lenker sitzen). Zu den Standards gehören u.a. Aufbringen von Warnhinweisen, kein Verkauf an unter 16jährige, Aushändigen von Betriebsanleitungen und Sicherheitshinweise der allgemeinen Art – auch in der Werbung und in den Medien. Arctic Cat bekundet im Jahr 1994 dieser freiwilligen Verpflichtung beizutreten. Aber warum „entdeckt“ Arctic Cat erst jetzt den vielversprechenden Markt der ATVs? Beobachtet hat man ihn schon lange. Keine Frage. Doch Anfangs ist noch nicht klar wohin dieser sich bewegt. Trends sind schnell da und gehen aber auch genau so schnell, wie sie kamen. Bevor man sich bei Arctic Cat in kostenintensive Entwicklungsphasen stürzt, beobachtet man erst wie das Interesse an dieser neuen Fahrzeuggattung ist. Und damit tut die Geschäftsleitung der Firma einen Gefallen. Die aus den 70er Jahren bekannten und beliebten deirrädrigen ATCs und vierrädrigen ATVs erreichen zusammen in den Jahren 1970 bis 1985 zwar steigende Verkaufszahlen. In 1986 ist der Höhepunkt sogar mit rund 535.000 Stück erreicht. Von 1987 bis 1990 fallen die Verkaufszahlen dann aber wieder rapide. 1991 gehen sie gar auf 151.000 Stück zurück. Erst in den darauffolgenden Jahren erholen sich die Verkäufe allmählich wieder. In 1995 sind es wieder rund 269.000 Einheiten, die verkauft werden. Der Anteil von ATVs ist allerdings enorm bei dieser Zahl gestiegen. Es ist davon auszugehen, das man bei Arctic Cat bereits in den Jahren 1992-94 mit den ersten Prototypen unterwegs ist. Die Hauptmitbewerber auf diesem Gebiet sind Polaris, Honda, Yamaha, Kawasaki und Suzuki. Vor allem Polaris ist ganz vorne mit dabei und hält neben der unangefochtenen Nummer Eins Honda den größten Marktanteil.<br />
Im Dezember 1995 ist es soweit. Arctic Cat präsentiert sein erstes ATV: die Bearcat 454 4&#215;4. Man hat die Hausaufgaben gemacht. Rund 70% der ATV-Anwendung findet  in den USA zu dieser Zeit auf Farmen und beim Jagen statt. Man setzt bei Arctic Cat vor allem auf die markenloyale Kundschaft, die dieses Fahrzeug abseits der Winter oder in den Winterzeiten mit keinem oder wenig Schnee einsetzen. Dafür stattet man das für die damalige Zeit sehr große ATV mit einer wirksamen Einzelradaufhängung vorne aus (hinten wird überall eine Starrachse verwendet) . Eine große Bodenfreiheit sowie die zuschaltbare Differentialsperre und Untersetzung komplettieren das Offroadpaket. Die ATV-Motoren der ersten Jahre stammen von Suzuki, die schon seit 1976 bei Arctic Cat Motorenlieferant für Schneemobile sind. Suzuki hält ab 1988 31% Aktienanteile an Arctic Cat und ist somit größter Einzelaktionär neben der Arctic Cat selbst – inklusive entsprechenden Mitsprachrecht versteht sich. Die Bearcat 454 wird ein Erfolg für Arctic Cat und das trotz einer Schaltung per Fußwippe. Der Grund. Zum Marktdebut hat Arctic Cat den größten Motor aller ATV-Hersteller verbaut. Ein entscheidendes Verkaufsargument. Die Fahrzeuge aus Thief River Falls sind durch lange Federwege obendrein bequem und das schätzt man in den USA. 1999 sind die ATV-Verkäufe so stark, dass sie locker die Verluste durch den Wegfall der PWCs auffangen und der Minderverkäufe der Motorschlitten, das Rückgrat der Arctic Cat Produktion. Mittlerweile baut man diverse Modelle mit unterschiedlichen Motorgrößen (300er, 400er, 454er und 500er). Der Kunde kann jeweils zwischen einem 4&#215;2 oder 4&#215;4-Antrieb wählen. Das besondere bei Arctic Cat: die benutzte Plattform ist bis auf ein paar kleinere Unterschiede immer die gleiche. Ein Prinzip, das man bis heute bei den ATVs aus Kostengründen  und einer strafferen Ersatzteilmenge beibehalten hat. Interessant ist auch, dass man bei Arctic Cat entgegen der Entwicklung der anderen Hersteller arbeitet. Die haben mit kleineren Motorhubräumen begonnen und „arbeiten“ sich nun weiter nach oben zu großvolumigeren Triebwerken. Arctic Cat bringt 1999 ein neues 250er Modell heraus. Zur Jahrtausendwende wird das erste ATV, das 500er Modell, mit CVT-Antrieb „in Dienst&#8220; gestellt. Alle Modelle vorher hatten die in dieser Zeit noch sehr übliche 5-Gang-Halbautomatikschaltung mit Rückwärtsgang. Die nächsten Jahre sind nicht unbedingt von großen Veränderungen an den Arctic Cat Vierrädern geprägt. Hie und da gibt es eine Sonderedition – mit Camouflagefarbe. Die Front der ATVs verändert sich im Design ein wenig, ein neuer 375er Motor wird mit CVT-Automatik verwendet und eine Einzelradaufhängung für die Hinterachse wird verbaut. Die damit ausgerüsteten Modelle tragen die Zusatzbezeichnung FIS: Fully Independant Suspension.<br />
In Österreich wird durch Peter Preis 2001 die europäische Arctic Cat Niederlassung in Bischofshofen gegründet. Entsprechend europäischer Gesetzesvorschriften werden hier die Fahrzeuge für den öffentlichen Straßenverkehr serienmäßig zugelassen. Die europäische Tochter wächst und zieht schließlich 2005 nach St. Johann im Pongau um. Hier werden für einige Zeit sogar ATVs an einem eigenen Fließband gefertigt. Später kommen die EU homologierten Modell direkt aus den USA. 2002 wird neben einem 90er Kindermodell das Modell TBX vorgestellt. Es hat hinten statt einem Gepäckträger eine Transportbox (TBX = Truck Box).</p>
<p>&nbsp;<br />
Aufgrund der mit der Verbraucherschutz Organisation CPSC getroffenen freiwilligen Vereinbarung, verpflichten sich alle US-ATV-Hersteller zur Kennzeichnung und des Verbots einer Zweipersonenzulassung – ganz im Gegensatz zu europäischen Gepflogenheiten. Doch gefahren wird in den USA dennoch auf den einsitzigen Maschinen zu zweit. Bombardier erkennt als jüngster ATV-Produzent ein Potential darin und stellt im Mai 2003 den ersten echten ATV-Zweisitzer vor. Der hat zur Aufnahme der zweiten Person auf einem eigenen Sitzplatz ein verlängertes Chassis. Arctic Cat zieht noch im selben Jahr mit dem Modell TRV 500 nach. Das Chassis ist ebenfalls verlängert, der Soziussitz ist aufgesetzt und kann entfernt werden. So ergibt sich mit einer Ladebox zusätzlich die Möglichkeit, das TRV auch zum Arbeiten einzusetzen. Die enge Zusammenarbeit mit Suzuki zeigt sich 2004 auch in der Präsentation von Quad Modellen. Die Basis ist die bekannte und weit verbreitete Suzuki LTZ 400. Arctic Cat verwendet bei seinem Quad Modell DVX 400 lediglich andere Kunstteile, um ein eigenständiges Design zu bekommen. Und noch ein Motorenlieferant hat ein Gastspiel bei Arctic Cat. Kawasaki. Eigene Motoren baut man bei Arctic Cat immer noch nicht. Doch der ATV-Markt entwickelt sich zu immer größeren Hubräumen hin. Um damit schnell ohne eigene Motorenentwicklung schritthalten zu können, verbaut man den potenten Kawasaki 650er Zweizylindermotor. Am kantigen und mittlerweile etwas eintönigen Design der Arctic Cat ATVs ändert sich erst 2005 etwas. Die Front schaut nun wesentlich „freundlicher“ in die Offroad-Landschaft. Und noch eine gravierende Veränderung gibt es bei der Produktion der ATVs in Minnesota. Der erste eigene Arctic Cat ATV-Motor wird eingesetzt. Seit dem Jahr 2000 hat man in einer eigenen Entwicklungsabteilung das Ende der Abhängigkeit von fremden Motorenherstellern eingeläutet. Der neue Motor 650 H1 wird zunächst neben der ATV-Produktion montiert. Später zieht man weiter in den Süden nach St. Cloud um. Die Auswahl an hochqualifizierten Arbeitskräften ist in der Nähe der Twin Cities St.Paul und Minneapolis wesentlich größer. Neben Suzuki und Kawasaki geht man in Thief River Falls im Jahr 2006 ein drittes Joint Venture mit dem taiwanesischen Hersteller Kymco ein – die hält bis heute an während man sich von Suzuki in 2010/2011 mit dem letzten verbleibenden Motor im ATV-Modell 400 endgültig verabschiedete. Man lässt sogar in Taiwan produzieren. Die Modelle 250 und DVX 250 sind eigentlich die bekannten Kymco Modelle MXU und Maxxer 250. Dafür werden die eigenen 250er und 300er Arctic Cat Modelle nicht mehr hergestellt. Eine echte Neuheit bildet die Verwendung des Lombardini Diesel Motors in einem ATV. Besonders beliebt ist diese Motorisierung in England.  Der Super Duty Diesel, wie Arctic Cat sein Modell bezeichnet, fristet sonst eher ein Exotendasein. Das liegt vor allem an dem reinen Fokus auf den Arbeitseinsatz. Sportlich ist anders. Ganz anders. Mit dem H2 1000er Motor (echte 951 ccm Hubraum) kommt 2007 die Thundercat 1000 auf den Markt – ein Meilenstein von Arctic Cat. In 2008 folgt der 700er H2 Motor.</p>
<p>Doch ein weiteres Produkt ist mittlerweile immer weiter in den Fokus gerückt. Die UTVs oder auch Side by Sides genannt. Arctic Cat produzierte diese besondere Fahrzeugspezies bereits in den Jahren 1965 und 1966, besonderes Interesse fanden sie damals nicht. Statt Freizeitfahrzeug waren sie eher eine Mischung aus Willys Jeep und Traktor. Erst 2001 geht es wieder mit der Produktion los. Das SBS 1000 wird produziert. Die Zahl gibt nicht die Motorgröße an, die beträgt 480 ccm, sondern die Ladekapazität. Arctic Cat versucht im Arbeitsbereich Fuß zu fassen, in dem John Deeres gator erfolgreich agiert. Doch das gelingt nicht. In 2006 erfolgt der zweite Anlauf mit dem Modell Prowler. UTVs und Side by Sides entwickeln sich in den USA zum Geheimtipp beim Offroadeinsatz. Günstiger als Geländewagen und doch kann man zu zweit nebeneinander das Fahrzeug nutzen. Auch erste Viersitzer Eigenbauten gibt es. Doch das wird zu dieser Zeit als Spinnerei abgetan. Arctic Cat kann bei der Prowler Serie auf seine eigenen Motoren zurückgreifen. In den folgenden Jahren verbessert man das Modell immer wieder. In 2008 gibt es den Prowler mit dem 650er H1, 700er H1und 1000er H2 Motor. Doch der Markt differenziert sich erneut stark. Da gibt es den Multi-Einsatz von Arbeit und Freizeit und die neue Kategorie sportlicher Einsatz. Polaris macht es mit seinen RZR-Modellen vor. Can Am bringt den Commander. Und Arctic Cat? Wie so oft wartet man Trends ab bis sie sich zu einem Mainstream formen. Arctic Cat zeigt sein Modell Wildcat 1000 4&#215;4  im Jahr 2011 anlässlich dem 50ten Firmenjubiläum bei den Festivitäten in Thief River Falls den Besuchern zum ersten Mal in natura. Eine kompromisslose Sportmaschine, die mit dem 79 PS und einer zum ersten Mal bei UTVs eingesetzten Walker Evens Dämpfer. Jetzt in 2013 schiebt Arctic Cat sein Viersitzer Modell nach.<br />
Und für die Zukunft? Es bleibt spannend, was in den nächsten Jahren aus den Toren der Thief River Falls Produktion noch auf uns zurollen wird und vielleicht entscheidet man sich  sogar einmal wieder die Vorreiter Rolle einzunehmen so wie damals beim ersten ATV.●<br />
Fotos: Arctic Cat, Stefan Herbst, Text: Stefan Herbst</p>
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		<title>Wie die Firma Arctic Cat entstand &#8211; Teil 1</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jan 2013 18:54:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Geschichte der US-amerikanischen ATV und Schneemobilhersteller ist eng miteinander verbunden. Im Fall von Arctic Cat und Polaris sogar sehr eng, ist doch der Gründer beider Firmen ein und die selbe Person. Sein Name: Edar Hetteen. Wir beleuchten in diesem &#8230; <a href="http://quadjournalblog.de/?p=103">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichte der US-amerikanischen ATV und Schneemobilhersteller ist eng miteinander verbunden. Im Fall von Arctic Cat und Polaris sogar sehr eng, ist doch der Gründer beider Firmen ein und die selbe Person. Sein Name: Edar Hetteen. Wir beleuchten in diesem ersten Teil des Artikels die bewegende Geschichte der Firma Arctic Cat von ihren Anfängen  in den  Jahren 1962-1984. <span id="more-103"></span></p>
<p><a href="http://www.quadjournal.de/e-Mag/Quadjournal_eMag_November_2012/flipviewerxpress.html">Umfangreiches Bildmaterial zum Artikel im Quadjournal Nov/2013 ab Seite 68</a></p>
<p><a href="http://www.quadjournal.de/e-Mag/Quadjournal_eMag_November_2012/flipviewerxpress.html"> </a></p>
<p>Mit einer Hand voll Dollar und vielen Ideen finden sich vor über 60 Jahren neben Edgar Hetteen zwei weitere Männer zusammen, um eine Firma zu gründen, die heute ein Global Player in der Produktion von ATVs, Motorschlitten und Motorrädern ist. Die Rede ist von Polaris Industries. Doch was treibt einen Menschen an, dass er auch noch ein zweites Unternehmen gründet, dass ein Konkurrent zum ersten Unternehmen darstellt? Das verwundert zunächst doch wird schnell klar wenn man sich die Entstehungsgeschichte des heutigen Konzerns Arctic Cat an. Letztes Jahr feierte man am traditionsreichen Firmenstandort in Thief River Falls, Minnesota USA das 50 jährige Bestehen.</p>
<p>Es ist das Jahr 1960. Edgar Hetteen hat es mit seinem Bruder Allan und besten Freund David Johnson geschafft aus einer florierenden Firma die einst landwirtschaftliche Gerätschaften reparierte und produzierte ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern am Markt der Schneemobile zu etablieren. Die einstige Personenfirma, die ab 1954 den Namen Polaris trägt,  ist mittlerweile eine Gesellschaft geworden mit Sitz in Roseau/ Minnesota. Die Hetteen Brüder und auch David Johnson sind weiterhin, jetzt allerdings von einem Firmenvorstand kontrolliert, die Geschäftsführer. Doch nicht alle im Aufsichtsrat teilen die Begeisterung der drei Geschäftsführer mit den Motorschlitten. Warum ein gut laufendes, sicheres Geschäft wie den Landmaschinenhandel aufgeben und ein risikoreiches neues beginnen? Edgar Hetteen entschließt sich, nach einem Gespräch mit dem Buschpiloten Rudy Billberg, einem guten Freund aus Kindertagen, der in Alaska lebt, die Zuverlässigkeit der Polaris Mobile zu beweisen. Denn die Zuverlässigkeit haben sie durch viele Testfahrten in den letzten Jahren deutlich gesteigert.<br />
Am 4.März 1960 brechen Hetteen, Billberg und seine Frau sowie Polaris Mitarbeiter Earling Folk von Bethel zu einer fast 2.000 Kilometer langen Fahrt durch die Wildnis Alaskas Richtung Fairbanks auf. 21 Tage sind sie den Naturgewalten ausgesetzt. Schneestürme, tiefste Minusgrade, Abschnitte ohne Schnee, Abschnitte mit Wasser statt Eis und auch mechanische Probleme säumen ihren Weg. Doch Edgar Hetteen und seine Mannschaft halten durch. Ihm wird erst am letzten Tag vor Erreichen des Ziels in Fairbanks klar, wie er später sagt: “Es war auf der rauen unebenen Schneedecke in Sichtweite von unserem Ziel, dass ich die Zukunft sah. Die Maschinen würden ein Erfolg für Polaris werden. Was ich damals nicht wusste, war wie groß dieser Erfolg einst sein würde”. Landesweit griffen die Medien die Geschichte des Polaris Alaska Abenteuers mit Begeisterung auf. Die Einzigen, die nicht begeistert schienen, waren immer noch Teile des Firmenvorstandes. Sie bezeichnen Hetteens Abenteuer als kostspielig mit keinem Mehrwert für die eigentliche Geschäftstätigkeit von Polaris. Der Firmengründer solle gefälligst hinter dem Schreibtisch bleiben und nicht in der Weltgeschichte herumreisen. Doch Hedgar Hetteen ist überzeugt:“ Die Welt kommt nicht zu uns, sondern wir müssen zur Welt mit unseren Produkten“. Hetteen erklärt wegen der schier unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten noch in der gleichen Sitzung er werde Polaris verlassen. Er verkauft seine Firmenanteile und zieht nach Alaska wo er einen Neustart mit dem Aufbau einer Fluggesellschaft wagen will. Edgar Hetteens zweiter Aufenthalt in Alaska verläuft allerdings nicht so erfolgreich wie der erste. Und so nimmt er nur wenige Monate später das Angebot einer Investorengruppe angeführt von L.B. Hartz, einem erfolgreichen Nahrungsmittel Broker und Supermarktketten Besitzer, an. In Thief River Falls, 100 Kilometer südlich von Roseau, dem Firmensitz von Polaris, kauft er ein ehemaliges Geschäfts- und Lagergebäude und beginnt erneut mit der Produktion von Motorschlitten. Die Firma nennt sich zunächst Polar Manufacturing Company.  Um die erheblichen  finanziellen Mittel für eine größere Motorschlittenserienproduktion aufzubringen produziert man auch Dampfreiniger und einen Insektenvernichter. Ende des Jahres 1961 ist das Motorschlittenmodell &#8218;New Polar 500&#8242; fertig. Es ist für den Einsatz bei Forstbetrieben, Überlandleitungsunternehmen oder Telefongesellschaften gedacht. Hetteen weiß, dass bevor er den sehr lukrativen Freizeitmarkt mit seinen Modellen anschieben kann er erst eine Nachfrage schaffen muss. Ihm scheint der Weg über den Arbeitseinsatz am sinnvollsten. Am 2. Januar1962 wird der Firmenname auf Arctic Enterprises Inc.umbenannt. Man präsentiert gleichzeitig den ersten Motorschlitten &#8218;Arctic Cat 100&#8242; in den USA in einem knalligen rot, bei dem der Motor vorne statt hinten sitzt. Gleichzeitig gründet man ein Vertriebssystem mit Großhändlern, dass es effektiver ermöglicht das Modell auf anderen Märkten außerhalb Minnesotas zu vermarkten. Und tatsächlich: Das Modell 100 stellte den Beginn der neuen Ausrichtung auf den Freizeitmarkt dar. Eine riesige Industrie sollte in den nächsten Jahren rund um die Schneemobile entstehen.<br />
In den Jahren 1963-64 stellt Arctic Enterprises Inc. 13 Modelle her und vertreibt sie in den Bundesstaaten von New York bis Idaho über 19 Großhändler. Im Jahr zuvor waren es nur 6 Modelle. Entsprechend der Modellvielzahl steigt natürlich der Umsatz gewaltig an. Auch in Skandinavien wird man mit Großhändlern aktiv. Doch irgend etwas stimmt betriebswirtschaftlich nicht. Die Abschlusszahlen des Jahres 1964 belegen das eindeutig. Der Umsatz beträgt 750.000 Dollar (für die damalige Zeit ein Riesenbetrag), es ergibt sich aber ein Verlust von 20.000 Dollar. Hetteen erkennt, dass seine Tätigkeit als Mädchen für alles ihn zu sehr fordert und er den Überblick über die Komplexität des betriebswirtschaftlichen Zahlenwerks seines großen Unternehmens verliert (tatsächlich konstruiert, baut, entwickelt, verpackt, transportiert und verkauft Hetteen seine Schneemobile. Sogar die Fotos und Texte für die Kataloge stammen anfänglich von ihm). Er zieht die Reißleine und Lowell T. Swenson wird 1966 neuer Geschäftsführer. Hetteen verkauft seine Anteile, kehrt aber 18 Monate später wieder in die Firma als stellvertretender Geschäftsführer zurück und übernimmt später beratende Tätigkeiten bezüglich Sicherheitsstandards. Es war eine richtige Entscheidung, wie sich schnell zeigen sollte. Gemäß Swensons Motto „ Wir bauen eine Modellreihe, doch die soll verdammt gut sein“ konzentriert man sich nun statt auf eine riesige Vielfalt auf eine Serie die Profit verspricht. Das Modell Panther in all seinen Variationen, wird ein echter Verkaufsschlager &#8211; der Name wird viele Jahre später auch einem ATV-Modell gegeben. Obendrein begründet der Name dieses Modells das Arctic Cat Logo, denn gezeigt ist auch im heutigen Logo keine Katze, wie man meinen könnte, sondern ein Panther. Bereits 1968 steigt der Umsatz bei Arctic Enterprises auf 7,5 Mio Dollar, der Nettogewinn beträgt 379.000 Dollar. Das ist achtmal so viel wie noch ein Jahr zuvor. Alles Gerede ob das Unternehmen jemals profitabel zu führen sei verstummen sofort. 1969 werden 21,7 Mio Dollar umgesetzt. Der Nettogewinn liegt nun bei über 1 Mio Dollar. Der Marktanteil der Firma am US-Motorschlittenmarkt, der mit teilweise von 100 Herstellern beliefert wird, beträgt 12%. Dieser Anteil hätte sicherlich noch höher sein können, doch die zwei Produktionsschichten in Thief River Falls kommen einfach der stetig steigenden Nachfrage nach den Panther Modellen nicht hinterher. Man entscheidet Ende der 60er Jahre die Fertigungshallen zu vergrößern. Auch die spezielle Arctic Bekleidungslinie für Schneemobil Enthusiasten nimmt ihre Anfänge in dieser Zeit. Die 70er Jahre beginnen vielversprechend. Die Umsätze haben eine Höhe von 46,5 Mio Dollar erreicht, die Gewinne sind entsprechend weiter gestiegen. Man investiert nun auch in andere Produkte. Der Boote Hersteller Silverline Inc.wird aufgekauft, ein Offroad Mini Bike wird produziert und der Gartengerätehersteller General Leisure wird ein Jahr später ebenfalls dem Arctic Enterprise Konzern einverleibt. Zuguterletzt vertreibt man auch noch Fahrräder eines französischen Produzenten. Doch weder die noch das Mini Bike werden ein Erfolg. Die Gartengeräteschiene wird gar zu einem finanziellen Fiasko.</p>
<p>Die 70er Jahre beginnen. Schneemobilfahren erfährt einen wahren Boom unter der Bevölkerung der schneereichen US-Bundesstaaten. Doch die Probleme gehen damit einher. Die ersten Umweltschutzgedanken kommen aufgrund der unzähligen Fahrer auf, denn es gibt kein markiertes Trailsystem. Man fährt einfach frei Schnauze. Und die Trails die sich so ergeben sind alles andere als einfach zu fahren. Ein besonderes Problem aller Schneemobile dieser Zeit ist die Unzuverlässigkeit. Die ständige technische Unterhaltung der Maschinen ist unabdingbar. Es gibt keine selbstsichernden Schrauben und wer nicht jedes Mal vor oder nach der Ausfahrt einen halbe Stunde schraubt hat unterwegs einen Defekt durch das Verlieren von Teilen – kaum zu glauben. Die Kunden, die z.B. die Zuverlässigkeit von Außenbordmotoren ihrer im Sommer genutzten Boote kennt ist schwer enttäuscht. Die Überproduktion der über 100 verschiedenen Hersteller tut ihr übriges. Die Nachfrage bricht zusammen und das nicht nur weil es in einigen Jahren obendrein weniger Schnee gibt. Am Ende der ersten goldenen Schneemobilzeit in den 70ern bleiben neben einer handvoll kleiner Hersteller nur vier große Konzerne übrig. Arctic Enterprises, Polaris Industries, Bombardier und Yamaha. Arctic Enterprises wie auch seine Hauptmitbewerber überwinden die Krise relativ gut und stehen nach ihrem Ende Mitte der 70er Jahre etablierter als jemals zuvor da. Der Marktanteil von Arctic z.B. ist aufgrund des Wegfalls der vielen anderen Hersteller auf über 25% angestiegen. Die zweite goldene Schneemobilzeit bricht an. Doch erneut, fasst schon ein Déjà-vu-Erlebnis, geht der Markt  mit dem Beginn von 1980 stark zurück. Dieses Mal so stark, dass Arctic Enterprises in den aufeinanderfolgenden Jahren &#8217;80 und &#8217;81 Millionenverluste einfährt. Den geldgebenden Banken wird die Sache zu heiß und schließlich muss Arctic Enterprises 1982 Insolvenz anmelden. Edgar Hetteen verliert fasst sein gesamtes Privatvermögen, das in der Firma steckt. Dennoch: Er gründet mit einem insolvent gegangenen Arctic Cat Händler, Gary Lemke, eine neue Firma, die auf Gummiketten angetriebene Arbeitsmaschinen herstellt. Die Firma ASV (All Season Vehicle), 1983 gegründet, wird in den folgenden Jahren ein riesen Erfolg. Später beteiligt sich  der Baumaschinengigant Caterpillar bei ASV für 18 Mio Dollar. Im Gegenzug erhält ASV Zugang zum weltweiten Caterpillar Vertriebsnetz. Erneut hat Hetteen ein Näschen fürs geschäft bewiesen und neben Polaris und Arctic Cat auch noch ein florierendes Baumaschinen Business aufgebaut.</p>
<p>Der Schock 1982 in Thief River Falls sitzt tief, wollte man doch schon den 20sten Geburtstag des Unternehmens feiern.Eine Tragödie ist die Insolvenz obendrein da der Marktanteil der Marke bereits auf 38% gestiegen ist. Und diese riesige Fan-Gemeinde von Arctic Snowmobiles ist es, die entgegen jeder Erwartung, der Marke nicht den Rücken kehrt. Manche schwören sogar, nie jemals ein anderen Motorschlitten fahren zu wollen. Man zeigt Solidarität. Am Firmensitz in Thief River Falls beginnt man derweil mit dem Verkauf der Insolvenzmasse. In den Versteigerungsräumen befindet sich aber auch eine kleine Gruppe von ehemaligen Arctic Managern und ehemaligen Mitarbeitern. Unter ihnen ist ein alter Bekannter: Edgar Hetteen. Mit dem gemeinsamen Kapital gelingt es der Gruppe einen Teil der Fabrikation zu erwerben, mit dem klaren Ziel, die Produktion von Schneemobilen wieder aufzunehmen. Im Jahr 1983 wird aus Arctic Enterprises der Konzern Arctco Inc. Man erwirbt schließlich die Produktionsrechte und den Markennamen Arctic Cat. Im August 1984 laufen die Produktionsbänder in Thief River Falls wieder an. Knapp 3.000 Motorschlitten werden bis zum Winter gebaut – alle werden noch im selben Jahr an Händler verkauft! Die Begeisterung für Arctic Cat Produkte ist ungebrochen. Es wird noch etwas über 10 Jahre dauern, bis man bei Arctic Cat in die Produktion von ATVs und noch einmal viel später in die der UTVs einsteigen wird. Dazu mehr im zweiten Teil des Beitrags „Im Zeichen der Katze“.●</p>
<p>Fotos: Arctic Cat, Stefan Herbst<br />
Text: Stefan Herbst</p>
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